Das Märchen vom grünen Wachstum

(Bruno Kern. Rotpunktverlag, 2019)

Um die Klimakrise abzufedern brauchen wir eine Wirtschaft ohne Wachstumszwang, mit Gemeinwohlorientierung, einer neuen Werteordnung für die Gesellschaft und Konsumverzicht. Wie wir das noch erreichen können, stellt Bruno Kern in seinem Buch „Das Märchen vom grünen Wachstum“ dar.

Seine Forderungen umfassen viele Punkte in Wirtschaft und Gesellschaft. Dazu gehört eine Abrüstung von industriellen Standorten, die nicht-nachhaltige Waren und Güter wie Rüstungsgüter, Autos, LKW`s oder Flugzeuge produzieren. Er schlägt eine radikale Arbeitszeitverkürzung vor, um deutlich mehr Zeitwohlstand zu schaffen und bei der Produktion von Waren soll die Langlebigkeit im Vordergrund stehen.

Ebenfalls ist laut seinen Forderungen eine Ökonomie des Gleichgewichts, die bedarfsgerecht produziert, nicht überproduziert, in der sich Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht befinden, notwendig. Subventionen für industrielle Landwirtschaft undMassentierhaltung sollen zugunsten von ökologisch-biologischer, kleinbäucherlicher Landwirtschaft abgeschafft werden.

Die Massenproduktion von Elektro- und Hybridautos lehnt er ab, da sie nicht nachhaltig ist. Das betrifft gerade auch die Lithium-Ionen-Batterien, da sie langfristig eine negative Klimabilanz aufweisen und viele Menschen im Süden in extremer Weise ausgebeutet werden.

Kurzstreckenflüge sollten verboten werden, Flugkontingente weltweit eingeführt und ein Teil des Autoverkehrs auf die Schiene verlagert werden. Zudem ist er für den kostenlosen Ausbau des ÖPNV, den Ausbau der Infrastruktur von Bahn, Straßenbahn und Bussen innerhalb und außerhalb der Städte, ebenso wie für ausgebaute Fahrradwege, autofreie Innenstädte und die Abschaffung von Parkhäusern in den Innenstädten.

Er kritisiert den Handel mit Zertifikaten und die Ökosteuer, da sie im Endeffekt keinen Vorteil bringt und oftmals nur die kleinen Leute weiter belastet werden. Die Hauptverursacher der Großindustrie sind dafür zur Kasse zu bitten.

Bruno Kern tritt für eine Vergesellschaftung der großen Energiekonzerne, für eine Verschlankug von Großbanken und den Ausbau von Genossenschaftsbanken ein.

Er glaubt, nur durch eine sozial-ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft, die sich in Richtung Öko-sozialismus entwickelt ist eine nachhaltige Wirtschaft möglich. Kapitalismus, der sich immer nach den Profit orientieren muss und daher einem Wachstumszwang unterliegt ist niemals mit der Ökologie zu vereinbaren. Es bedarf eines Strukturwandels der Organisation und Produktion in Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb muss der Green New Deal und seine ökologische Modernisierung strikt abgelehnt werden.


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