Konsum

„Nachhaltig“ konsumieren, was ist damit gemeint und wie gelingt das? Nachhaltig zu konsumieren bedeutet vor allem, bewusst zu konsumieren, zu überlegen: „Was brauche ich wirklich?“, und genauer hinzuschauen: Achte beim Einkaufen auf Gütesiegel (s. z.B. https://infonetz-owl.de/index.php?id=241), auf Regionalität und bei Lebensmitteln auch auf biologische Erzeugung.

Ein sehr effizienter Weg, deinen CO2-Fußabdruck zu verringern ist, grundsätzlich weniger zu konsumieren. Bevor du dir etwas Neues zulegst, denke noch einmal nach, ob du es wirklich brauchst. Wenn etwas kaputt gegangen ist, schaue zunächst, ob du es reparieren kannst. Ein Loch in der Hose oder im Pullover kann mit einem schönen Flicken wieder tragbar gemacht werden, ein technisches Gerät oder ein Möbelstück nach einer Reparatur wieder voll funktionsfähig sein. Bevor du dir einen neuen Computer zulegst, weil dein alter zu langsam geworden ist, kläre zunächst, ob sich der Rechner nicht durch ein neues Betriebssystem und/oder eine neue Festplatte, einen neuen Prozessor, eine neue Grafikkarte oder mehr Arbeitsspeicher wieder in Schwung gebracht werden kann. Sollten deine handwerklichen Fähigkeiten für die Reparatur nicht ausreichen, kannst du deine Kleidung zur Änderungsschneiderei (s. unten) bringen oder Hilfe in einem Repair-Café suchen. Beim Repair-Café am Puiseauxplatz in Nieder-Roden kannst du jeden zweiten Donnerstag im Monat von 18 bis 20 Uhr deine defekten Alltagsgegenstände zur Reparatur bringen.

Sollte sich das Möbelstück oder technische Gerät partout nicht reparieren lassen, oder dir der Aufwand zu groß sein, kannst du versuchen, es auf einer der diversen Gebrauchtwaren-Portale im Internet (z.B. https://region-offenbach.verschenkmarkt.info/) zu versteigern oder zu verschenken. Es findet sich sicher ein Bastler, der dein Gerät als Ersatzteillager verwenden möchte oder ein Abnehmer, wenn du deine gebrauchten Möbel verschenken möchtest.

Wenn nun doch etwas „Neues“ her muss, so kannst du viel CO2-Emissionen einsparen, indem du gebrauchte Produkte kaufst. Eine Auswahl der Second-Hand-Läden für Kleidung in Rodgau findest du in der Liste weiter unten. In Rollwald gibt es auch einen Lager-Verkauf für allerlei Möbel und Hausrat etc. (s. unten).

Wenn du absolut kein Fan von gebrauchten Artikeln bist und neue Waren bevorzugst, setze beim Kauf auf Langlebigkeit, anstatt kostengünstige Produkte zu wählen.

Kleidung

Häufig ist der Jahreszeitwechsel Anlass neue Kleidung zu kaufen. Im Sinne der Nachhaltigkeit gibt es dabei jedoch einiges zu beachten.

Der erste Schritt wäre, sich zu überlegen: „Brauche ich wirklich neue Kleidung?“ Ist die Antwort „Ja“, dann hat man ganz viele Möglichkeiten, den Shoppingtrip nachhaltiger zu gestalten. Nummer 1: Secondhand: Der Vorteil von Secondhandware ist, dass keine neuen Ressourcen verbraucht werden. Auch der CO2-Verbrauch ist deutlich geringer, da die Kleidung ja bereits schon produziert ist und wir ihr lediglich ein zweites Leben ermöglichen. 

Wenn es doch etwas Neues sein muss, bieten sich noch einmal ganz viele verschiedene Möglichkeiten. Zum einen der Händler: Geht man zu einer dieser großen Modeketten, oder einen kleineren Laden für Fair Fashion? Beide Möglichkeiten bringen Vor- und Nachteile mit sich. Kleidung in herkömmlichen Geschäften ist häufig sehr kostengünstig, während faire Kleidung meist teurer ist. Doch wie kommt dieser Preisunterschied zustande? Hier spielen verschiedene Faktoren zusammen. Große Konzerne produzieren meist mit höherer Stückzahl und können hierdurch die Preise herunterdrücken. Außerdem stellt sich die Frage, wie die an der Produktion beteiligten Personen bezahlt werden. Große Unternehmen verlagern ihre Produktion häufig ins Ausland. Dort gibt es meistens keinen oder einen sehr niedrigen Mindestlohn. Auch der Arbeitsschutz wird dort häufig nicht eingehalten: lange Arbeitsschichten, Kinderarbeit und der Einsatz von giftigen Chemikalien sind keine Seltenheit. Abgesehen von den fragwürdigen Arbeitsbedingungen hat die Verlagerung der Produktion einen weiteren negativen Einfluss auf unsere Umwelt. Die produzierten Waren müssen um die halbe Welt geflogen werden, um in den Läden zu landen. Bei Fair Fashion hingegen wird häufig in der EU oder sogar in Deutschland produziert, es gibt keine Kinderarbeit, die Fabrikarbeiter*innen werden zumindest zum Mindestlohn bezahlt und es wird stärker auf Arbeitsschutz geachtet. Fällt die Kaufentscheidung auf Fast Fashion, gibt es neben den großen Kaufhäusern noch die Möglichkeit, kleinere lokale Unternehmen in Rodgau zu unterstützen. Zwar ist die Ware nicht immer fair produziert, hierdurch werden jedoch kleine Läden unterstützt, die häufig in der Konkurrenz zum Online-Handel oder den großen Kaufhäusern stehen und um ihre Existenz bangen müssen. Außerdem unterscheidet sich die Qualität der Kleidung von der aus großen Billig-Kaufhäusern.

Doch woran erkennt man, ob eine Marke nun fair produziert? Hierfür sollte man auf Siegel und Organisationen achten. Zum einen gibt es die Fair Wear Foundation. Diese Stiftung umfasst 137 Marken, die man auf ihrer Webseite einsehen kann. Sie steht für acht Ziele, die sie durch ihre Arbeit erreichen möchte, unter anderem Stärkung der Rechte der Arbeiter*innen oder einen Lohn, der zum Leben reicht.1 

Neben der Fair Wear Foundation, die internationale Marken beinhaltet, gibt es noch den Grünen Knopf. Dies ist ein Siegel, das von dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit entwickelt wurde. Hier sollen sowohl soziale, als auch ökologische Standards sichergestellt werden. Die Marke, die den Grünen Knopf trägt, erfüllt demnach die festgelegten Standards und im Gegensatz zu der Fair Wear Foundation werden hier auch ökologische Aspekte erfüllt. Die ökologischen Grundsätze, die für den Erhalt des Logos erfüllt sein sollen, sind beispielsweise der Verzicht auf Weichmacher oder die Verwendung von Naturfasern. Ergänzt werden diese Grundsätze durch soziale Kriterien,  wie z.B. der Verzicht auf Kinder- und Zwangsarbeit. Doch am Grünen Kopf wird auch viel Kritik geübt. So ist der Grüne Knopf nicht verpflichtend für Marken, Unternehmen müssen sich eigenständig darum bewerben. Somit gibt es auch einige Hersteller, die den Bedingungen entsprechen, jedoch das Siegel nicht tragen. Außerdem wird kritisiert, dass zwar die Schritte der Produktion, also das Färben, Nähen und Zuschneiden auf die Kriterien hin untersucht werden, nicht aber der Anbau der Rohstoffe für die Kleidung.2 

Das bringt uns zum dritten Punkt auf der Checkliste: Die Materialen.

Die Materialien, aus denen die Kleidung gefertigt wird, können grob in zwei Klassen unterteilt werden. Zum einen gibt es natürliche Stoffe, wie Baumwolle oder Viskose, die auf Pflanzen- oder Tierbasis sind, zum anderen die synthetischen Produkte, die auf Erdöl basieren, wie z.B. Polyester. 

Grundsätzlich sind natürliche Fasern den synthetischen vorzuziehen. Erdöl ist eine immer knapper werdende Ressource und in der Verarbeitung von Erdöl zu Fasern und Stoffen werden viele klimaschädliche Gase freigesetzt. Außerdem ist der Energiebedarf sehr hoch. Auch zu beachten ist die Umweltverschmutzung durch Ölbohrungen in unseren Meeren. Ein weiteres Problem der synthetischen Textilien tritt beim Waschen auf. Dort lösen sich kleine Partikel aus der Kleidung, die dann als Mikroplastik durch das Waschwasser in unserem Grundwasser landen. Für beide Probleme gibt es bereits auch Lösungsansätze. So werden immer häufiger recycelte Kunststoffe für die Herstellung von Kleidungsstücken verwendet, auch wenn diese immer noch die Minderheit ausmachen. Für das Problem des Mikroplastiks im Abwasser wurden Waschbeutel entwickelt, in die Kleidung aus Kunststofffasern gegeben werden kann, die dann die abgebrochenen Fasern auffangen sollen.3 Naturfasern schneiden in ihrer Umweltbilanz hingegen besser ab. Doch verallgemeinern lässt sich dies auch nicht. Zum einen sollte beachtet werden, dass Wolle und Seide tierischen Ursprungs sind und in den großen Farmen Tierwohl häufig zu wenig beachtet wird. Eine vegane Alternative zu Seide ist Viskose. Viskose wird aus Holz gewonnen, ihr Grundstoff ist Cellulose. Mithilfe von einigen Chemikalien wird aus dem natürlichen Rohstoff eine halbsynthetische Faser. Der Vorteil von Viskose ist, dass es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, der pestizidfrei angebaut werden kann. Ein Nachteil neben den angewendeten Chemikalien ist, dass die Herstellung der Faser einen sehr hohen Energieverbrauch hat.4  

Die beliebteste Textilfaser ist die Baumwolle, laut WWF bestehen etwa 50 % aller Textilien weltweit daraus. Baumwolle ist eine natürliche Faser und muss im Gegensatz zu Viskose nicht vorverarbeitet werden. Allerdings gibt es auch bei dem Konsum von Kleidung aus Baumwolle einiges zu beachten. Zum einen wird Baumwolle hauptsächlich im Ausland angebaut. Die größten Baumwollproduzenten sind die USA, China, Brasilien und die Länder im Sub-Sahara-Gebiet. Das bedeutet, dass die Faser weite Transportwege mit entsprechend hohen Emissionen benötigt. Außerdem hat der Anbau von Baumwolle einen hohen Wasserverbrauch, so werden für 1 kg Baumwolle etwa 20.000 Liter Wasser benötigt.5 Häufig sind herkömmliche Baumwollpflanzen genmanipuliert, um Schädlinge fernzuhalten und beständiger gegen Wetter zu sein. Der Nachteil dieser Genmanipulation ist, dass die Samen der Pflanzen keine neuen Pflanzen hervorbringen können und somit in die Biologie eingegriffen wird. Hierbei kommen auf die Landwirte erhöhte Kosten zu, da sie immer wieder neues Saatgut kaufen müssen. Das genveränderte Saatgut ist damit deutlich teurer als das herkömmliche. Eine Alternative ohne Genmanipulation ist die Biobaumwolle. Auch der Wasserverbrauch ist beim Bioanbau der Baumwolle geringer und zwar um knapp 90 %. Auch auf Pestizide wird bei Biobaumwolle verzichtet. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollte man also lieber auf ein Textil aus Biobaumwolle statt herkömmlicher konventioneller Baumwolle setzen. Biobaumwolle erkennt man zum einen am Textiletikett oder am Global-Organic-Textile-Standard-(GOTS-)Siegel.6 

Ein weiteres Naturtextil ist Leinen. Im Gegensatz zu Baumwolle wächst der Rohstoff auch in Europa und benötigt somit keine langen Transportwege. Leinen wird aus Flachs gewonnen. Diese Pflanze braucht nur wenig Pflege und benötigt weniger Dünge- oder Pflanzenschutzmittel. Auch der Wasserbedarf ist im Vergleich zu Baumwolle deutlich geringer. Die Produktion von Leinen ist jedoch im Gegensatz zu Baumwolle aufwendiger, hierdurch ist der Preis von Leinen auch höher als der von Baumwolle. Doch auch wenn Leinen mit weniger Pestiziden und Düngemitteln auskommt als Baumwolle, sollte auch hier auf eine biologische Anbauweise und daher auf ein GOTS-Siegel geachtet werden.7

Gebrauchtwaren und Reparatur-Dienstleistungen in Rodgau

Repair-Cafés

Repair-Café am Puiseauxplatz, c/o Starke Hilfe e.V., Sudetenstrasse 24, 63110 Rodgau, https://repair-cafe.starke-hilfe.de

Änderungsschneidereien

  • Änderungsschneiderei Yakamoz, Hauptstraße 105, 63110 Rodgau (Weiskirchen)
  • Erich Kreuzwieser Änderungsschneiderei, Heinrich-Böll-Straße 39, 63110 Rodgau (Jügesheim)
  • Änderungsschneiderei Cicek, Westring 38, 63110 Rodgau (Jügesheim)
  • Tailorservice e.K., Justus-von-Liebig-Straße 1, 63110 Rodgau (Jügesheim), https://tailorservice.de
  • I.C.H. Style -Änderungsschneiderei & Verkauf, Leipziger Ring 178, 63110 Rodgau (Nieder-Roden)
  • Orhan Altunelli – Änderungsschneiderei, Obere Marktstraße 7A, 63110 Rodgau (Nieder-Roden)

Kleidung

  • First & Secondhand, Vordergasse 73, 63110 Rodgau (Jügesheim), http://first-secondhand.de
  • DRK Kleiderladen Jügesheim, Hintergasse 7, 63110 Rodgau (Jügesheim), https://drk-of.de
  • Zauberhaft by Second Chance, Obere Marktstraße 13 -15, 63110 Rodgau (Nieder-Roden)

Möbel & Hausrat

Technik

HANDY ZENTRUM, Frankfurter Str. 87, 63110 Rodgau (Nieder-Roden), http://handyzentrum.com: Reparaturen, An- und Verkauf von Handys, Laptops, PCs, Kameras und vieles mehr

Secondhand Läden in der Umgebung

Heusenstamm: Pille-Palle in Heusenstamm (Kindermode und Spielzeug,  gebraucht)
Frankfurt: glore, organicc, Grüne Erde, hessnatur (fairfashion/ GOTS zertifizierte Marken)
Aschaffenburg: Luvgreen (fairfashion)
Babenhausen: Anziehpunkt (second hand)
Weltläden in der Umgebung (https://www.weltladen.de/ueber-weltlaeden/weltladen-finden/)


Quellen

[1] https://www.fairwear.org/about-us/labour-standards

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCner_Knopf

[3] https://guppyfriend.com/pages/so-geht-s

[4] https://utopia.de/ratgeber/viskose-eigenschaften-und-nachhaltigkeit-der-kunstseide/

[5] https://www.worldwildlife.org/industries/cotton

[6] https://utopia.de/ratgeber/bio-baumwolle-wissenswertes/

[7]  https://utopia.de/ratgeber/leinen-so-nachhaltig-ist-flachs/