Aktion gegen falsch parkende Autos – Die Zweite

Nach den vielen, überwiegend positiven Rückmeldungen zu unserer ersten Aktion führten wir am Samstag (29.08.2020) zum zweiten Mal eine Aktion gegen falsch parkende Autos durch, um auf die Bedürfnisse von Fußgängerinnen und Fußgängern aufmerksam zu machen. Nachdem wir uns bei der letzten Aktion auf die Ortsteile Hainhausen, Jügesheim und Dudenhofen konzentriert hatten, ging es diesmal nach Nieder-Roden einschließlich Rollwald.

Die erste Überraschung erwartete uns gleich in Rollwald: hier parken Autofahrer geradezu vorbildlich und vorschriftsmäßig mit allen vier Reifen auf der Straße. Gehwege bleiben in voller Breite den Fußgängern erhalten, ein Bild, das wir so noch nirgends in Rodgau erlebt haben, das wir uns aber in (hoffentlich nicht zu ferner) Zukunft für die gesamte Stadt wünschen.

Denn: Jeder ist zu irgendeiner Zeit zu Fuß unterwegs – sei es als Spaziergänger, um Besorgungen zu erledigen, auf dem Weg zur Bushaltestelle oder zum Bahnhof; selbst Autofahrerinnen sind zu Fuß unterwegs, sobald sie aus dem Auto aussteigen. Leider wird es den Zufußgehenden in Rodgau an vielen Stellen schwer gemacht. Nämlich vor allem dort, wo parkende Autos halb oder komplett auf Gehwegen stehen. Eine einzelne Person ohne körperliche Einschränkungen kommt an etlichen Stellen gerade noch so vorbei. Aber Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Eltern mit Kinderwagen haben keine Chance, sie müssen auf die Straße ausweichen, um ihr Ziel erreichen zu können. Auch Rad fahrende Kinder, die – so lange sie jünger als acht Jahre sind und sofern es keinen Radweg gibt – laut Straßenverkehrsordnung den Gehweg zum Fahren nutzen müssen, kommen an dort parkenden Autos nicht vorbei. Ganz zu schweigen von der Aufsichtsperson des Kindes, die seit Ende 2016 mit ihrem Fahrrad ebenfalls den Gehweg nutzen darf.

In Nieder-Roden hatten wir dagegen das in vielen Straßen Rodgaus zu beklagende Bild von Autos vor Augen, die Bürgersteige als Parkraum missbrauchen. Leider mussten wir hier wieder eine Vielzahl von Falschparker-Kärtchen verteilen. Auffällig war, dass ein Straßenzug, der einseitig durch ein Halteverbot gekennzeichnet waren, keine Falschparker-Probleme aufwies. Die Halteverbotsseite wurde von Autofahrern beachtet, die freie Seite für korrektes Parken (mit vier Rädern auf der Fahrspur) genutzt, da auf der Straße für den fließenden Verkehr noch genügend Raum voranden war. Vielleicht auch in anderen Teilen Rodgaus ein Mittel, um in Straßen mit notorisch zugestellten Gehwegen für Entlastung zu sorgen?

Aktion gegen falsch parkende Autos in Rodgau (c) Thomas Guthmann, 2020
Unser Falschparker-Kärtchen

Wir bitten durch unsere Aktion mit den Kärtchen, die an den Autos angebracht wurden, Autofahrerinnen und Autofahrer, Autos nicht gedankenlos auf Gehwegen abzustellen. Es geht uns dabei darum, um mehr Achtsamkeit zu werben. Vielleicht ist vielen Autofahrerenden gar nicht bewusst, dass das Parken auf Gehwegen nicht gestattet ist und dass das zwangsläufige Ausweichen von Zufußgehenden auf die Straße, wie die Ergebnisse der Studie „Unfallrisiko Parken für Fußgänger und Radfahrer“ zeigen, zu gefährlichen Situationen führen.

Neben Falschparker-Kärtchen verteilten wir auch Dankeschön-Kärtchen, um denjenigen Autofahrerinnen ein Lob auszusprechen, die rücksichtsvoll parkten.

Aktion gegen falsch parkende Autos in Rodgau (c) Thomas Guthmann, 2020
Unser Dankeschön-Kärtchen

Uns ist es wichtig, den Fußverkehr in Rodgau zu stärken. Dafür müssen die Wege aber attraktiv und frei von Autos sein. Ziel ist es, Räume für den Fußverkehr zurückzugewinnen, die eigentlich für ihn vorgesehen sind, damit er sich dort sicher und frei bewegen kann. Wenn es gelingt, das Zufußgehen wieder attraktiver zu machen, sodass mehr Menschen für kurze Distanzen ihr Auto stehen lassen, hilft das nicht nur der Umwelt, sondern schafft auch gleichzeitig mehr Platz auf den Straßen.

Kennst Du weitere Straßen, in denen sehr oft auf dem Gehweg parkende Autos andere Verkehrsteilnehmer behindern, dann melde dich bei uns über das Kontaktformular, sodass wir uns die Situation anschauen und unsere zukünftigen Aktionen entsprechend ergänzen können!