Aktion „Rodgau entd(r)ecken!“ mit erstaunlichen Funden

Am 26.10.2019 hatten wir unsere erste Müllsammelaktion unter dem Motto „Rodgau entd(r)ecken!“. Schnell hatten sich ca. 20 Mitstreiter*innen – teils aus der Initiative – aber auch neue Gesichter in jeder Altersschicht gefunden.

Um 12:00 Uhr trafen wir uns bei schönstem Herbstwetter am P+R-Parkplatz in Hainhausen. Nachdem das Equipment – Handschuhe, Warnwesten, Greifer und Müllsäcke (zur Verfügung gestellt von den Stadtwerken Rodgau) – an alle verteilt wurde, ging es los.

(c) Jennifer Pluntke, 2019

Eine Gruppe nahm sich den Weg an den Bahngleisen Richtung Jügesheim vor. Die zweite Gruppe blieb am Bahnhof und ging auf das Brachgrundstück zwischen Rewe und Bahngleisen, sowie an dem kleinen Weg am KiK und am Bahnhof entlang. Geplant war eigentlich ein viel größeres Gebiet, aber wir hatten nicht mit so viel Müll gerechnet.

Nach rund drei Stunden waren neun Müllsäcke mit je 120 l gut gefüllt. Dazu kamen kuriose Funde wie ein Gartenstuhl, Lampengestelle, Kleidungsstücke, Kleiderbügel, ein Öl-Kanister, sowie ein Kühlschrank-Kompressor. Diese waren alle auf dem Brachgrundstück gefunden worden. An den Bahngleisen wurden zwei ganze Müllbeutel, mit Hausmüll und Altkleidern gefunden, die mittlerweile eingewachsen waren. Dazu kamen auch Hinterlassenschaften des Sturms im August, wie weggewehte Plastikteile und rausgeschlagene Stücke von Beschilderungen.

(c) Jennifer Pluntke, 2019

Einen Großteil der Funde machten aber Flaschen (Glas und Plastik) bzw. Getränkepackungen und Zigarettenkippen aus. Vielen scheint die Gefahr dieses Mülls gar nicht bewusst zu sein. Durch Glassplitter können sich Kinder und Tiere gefährlich verletzen. Die Gifte einer Zigarettenkippe verunreinigen 40 l Grundwasser (siehe: https://aktion-muellfrei.org/folgen-von-muell/). Die Filter werden nicht von der Natur abgebaut. Sie zerfasern, gelangen als hochgiftige Mikropartikel ins Grundwasser oder werden von Tieren mitgenommen und gefressen. Und nicht nur Wildtiere sind betroffen. Eine Kippe genügt, um einen Hund tödlich zu vergiften (siehe: https://www.hundeland.de/magazin/article/nikotinvergiftung_hund).

Ein weiteres Problem zeigte sich während der Aktion: durch Mäharbeiten wird der Müll noch kleiner geschreddert, wodurch die unterschiedlichen Teile schlechter eingesammelt werden können und schneller ins Grundwasser gelangen.

Trotz der erschreckenden Funde, die wir machten, hatte die Aktion auch schöne Seiten. Es gab viele Gespräche und einen regen Austausch zum Thema „nachhaltig leben“. Viele Passanten wurden auf die Aktion aufmerksam und sprachen immer wieder Teilnehmer*innen an. Wir bekamen sehr gutes Feedback, viele dankten und baten um Informationen bezüglich der nächsten Aktionen.

Fazit: Es ist erschreckend, wie gedankenlos wir mit unserer Umwelt umgehen. Aber es ist umso erfreulicher, dass viele etwas dagegen tun wollen. Auch in Zukunft wollen wir weitere Aktionen dieser Art anbieten. Infos dazu werden wir hier veröffentlichen.


Bildimpressionen von der Müllsammelaktion