Rodgau, eine Stadt baut auf erneuerbare Energie

Um eine Klimakatastrophe abzuwenden ist es erforderlich, die Erwärmung der Atmosphäre bei 1,5 bis 2 Grad zu stoppen. Dazu ist die vollständige Abkehr von fossilen Energieträgern in der Industrie, der Mobilität sowie der Strom- und Wärmeversorgung bis 2050, besser noch bis 2040, geboten. Wir Rodgauer:innen können auch einen Beitrag dazu leisten.

Erneuerbare Energien sind notwendig, um die Klimaschutzziele einhalten zu können. Hier hat Rodgau erhebliche Potentiale. Allein die vorhandenen Dachflächen (z.B. von Wohnhäusern, Garagenhöfen, öffentlichen Gebäuden, Discountern samt Parkplätzen, landwirtschaftlichen Gebäuden) könnten in großem Stil zur Stromgewinnung genutzt werden. Würden alle Dächer und Balkone, bei denen es möglich ist, mit Photovoltaikanlagen und Balkonkraftwerken ausgestattet, könnte Rodgau einen großen Teil seines Strombedarfs lokal decken. Neben Photovoltaik gibt es noch die Möglichkeit, Strom durch Windkraft und über Biogasanlagen zu gewinnen. Alle genannten Möglichkeiten lassen sich in und um Rodgau umsetzen.

  1. Rodgau verfügt über tausende bisher ungenutzte Dachflächen. Auf diesen ließen sich Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) installieren, die Sonnenenergie in Strom umwandeln. Dieser Strom würde nahezu unmittelbar dort produziert werden, wo er verbraucht wird, könnte in Batterien gespeichert und/oder in das Stromnetz eingespeist werden und so weitere Bürger:innen mit Strom versorgen.
  2. Kleine Photovoltaikanlagen – sogenannte Balkonkraftwerke – bestehen aus ein oder zwei Solarplatten, die zwar nur wenige hundert Watt Strom produzieren, jedoch ohne großen Aufwand installiert werden können (hängend an oder stehend auf dem Balkon, daher der Name) und den produzierten Strom über eine Steckdose in das Haus-/Wohnungsnetz einspeisen. Oft sind sie in der Lage tagsüber die Grundlast in einem Haushalt (z.B. Internetrouter, Kühlschrank, Licht, etc.) zu decken. Auch hier wird der Strom unmittelbar am Verbrauchsort produziert.
  3. Windenergie aus lokal aufgestellten Windrädern wird notwendig sein, um Rodgau klimaneutral zu gestalten. Es sind inzwischen neue Windräder auf dem Markt, die effektiver als bisherige arbeiten und einen erheblichen Beitrag zur Energiewende leisten. Lokale Windkraftanlagen machen lange Durchleitungstrassen unnötig.
  4. Biogasanlagen können Strom aus Bio-Reststoffen (nicht aus dedizierten Energiepflanzen) produzieren und eine sinnvolle Ergänzung zur Stromerzeugung aus Photovoltaik und Windenergie sein, da Biogasanlagen deren natürliche Schwankungen puffern können und dadurch ähnlich wie ein Stromspeicher wirken.

„Nachhaltig in Rodgau“ beabsichtigt mit der nachfolgenden Umfrage (Laufzeit 01. April bis 30. Juni 2021) bestehend aus sechs Fragen (deren Beantwortung zwei bis fünf Minuten in Anspruch nimmt) in Erfahrung zu bringen, wie Rodgauer:innen zu erneuerbarer Energie stehen. Denn laut Klimaschutzkonzept der Stadt Rodgau gab es 2016 nur knapp 400 Photovoltaikanlagen und keine Windkraftanlage.

Zur Umfrage „Wie stehen Rodgauer:innen zu erneuerbarer Energie?“*

* Eine Beteiligung an der Umfrage erfolgt anonym (Datenschutzerklärung).